Description

"Unsere Körper waren kreuzförmig übereinander gestapelt", beginnt das zweite Kapitel von "Menschenwerk", Han Kangs Geschichte des Massakers von Gwangju. Es ist aus der Sicht eines Toten geschrieben, Jeong-Dae, niedergeschossen in einer friedlichen Demonstration, auf einen Lastwagen geworfen und zum Verfaulen in einen Hinterhof gekarrt. Erbarmungslos ist die Szene, in klarer Sprache herangezoomt bis zu den Maden, die seine Augen zerfressen. Dazu gesellt sich ein eigenartiger Romantizismus: Seine Seele ist es, die Jeong-Daes verfallenden Körper umschwirrt, seine Geschichte erzählt. Sie scheint nichts verloren zu haben zwischen den Leichenbergen, sie wirkt so unangemessen kitschig wie das Mädchen im roten Kleid in Spielbergs "Schindlers Liste". Als ob das Grauen nicht zu ertragen wäre ohne das Übernatürliche.

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