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서울의 낮은 언덕들

  • Author
  • Country
    Republic of Korea
  • Publisher
  • Published Year
    2011
  • Genre
    Literature - Korean literature - Contemporary fiction

Title/Author/Genre

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    Title: Die niedrigen Hügel von Seoul

    Author: Bae Su-ah

    Genre: Prosa

     

    LTI Korea staff: Hanmil Cho (hanmil@klti.or.kr / +82-2-6919-7745)

  •  

    Title: LOW HILLS Rights Sold

    Author: Bae Suah

    Genre: Novel

     

    LTI Korea staff: Alex Baek (alex_b@klti.or.kr / +82-2-6919-7733)

     

    The copyright of this title has been sold. (Translation and publication supported by LTI Korea)

Description

  • About the book

     

    Die Protagonistin des Romans, Kyunghee, von Beruf Bühnenrezitatorin, erfährt, dass sich ihr ehemaliger Deutschlehrer in kritischem Zustand befindet, und trifft den Entschluss, ihn sofort aufzusuchen. Während sie die Grundlagen ihrer beruflichen Existenz gefährdet sieht, entschließt sie sich spontan, eine Reise anzutreten, und macht sich zu Fuß auf in ferne Städte. Doch führt sie diese Reise nicht nach Berlin, wo ihr Lehrer im Sterben liegt, sondern in andere Gegenden und Städte, in denen Kyunghee auf verschiedene Personen trifft: den „Heiler“, „Mister Nobody“, „Bunch“, den „Asiaten“ und „Maria“. All diese Figuren bleiben in ihrem Wesen mehrdeutig und lassen sich in ihrer Identität sowohl als ein und dieselbe Person, als auch als verschiedene Personen verstehen. Die Begegnungen und Gespräche mit diesen Charakteren verändern und erschüttern Kyunghees Auffassung von Konzepten wie „Stadt“ und „Sprache“. Infolge der hier erklingenden konfusen, unübersichtlichen Botschaften, die zwar als Äußerungen erkennbar sind, deren Sender aber unklar bleibt, irrt der Leser in einem Raum einander überkreuzender, und – wie die Autorin selbst sagt – „abgetrennter“ Stimmen umher. Zudem wechselt oftmals die Erzählperspektive zwischen „Kyunghee“, einem „Wir“ und ganz zum Schluss einem „Ich” (das gleichzeitig Kyunghees Tochter zu sein als auch nicht zu sein scheint). Am Ende münden alle Dialoge in ein großes Rezitationsstück, wodurch die Handlung sich schließlich auf eine andere Art von Geschichte reduziert. So werden wir im Laufe des Romans Zeuge des rätselhaften Phänomens „einander überlappender Existenzen“ und treten ein in einen postmodern anmutenden Erfahrungsraum, in dem sich die Namen und Erinnerungswelten verschiedener Städte immer wieder verschieben. Insbesondere die in allen Städten vorhandene Aufenthaltstätte für Reisende „Karakorum“, von der im Rahmen der Geschichte verschiedentlich gesprochen wird, stellt sich dar als ein Raum der Communitas-Erfahrung und als Nische in der Großstadtwelt der Menschen, gleichsam alle Nischen und Löcher der Großstadt zu einer gemeinsamen Öffnung zusammenschließend. 

     

    Der postmodernen Tendenz und dem Ruf vom „Ende der großen Erzählungen“ folgend, unternimmt Bae Su-ah in diesem Werk, das man als Roman oder Essay oder beides zugleich verstehen kann, den Versuch, eine Topographie vom Ende des Erzählens und vom Einsturz herkömmlicher literarischer Strukturen zu zeichnen. Diesem Zwecke dienen der Verzicht auf herkömmliche Erzählmuster und die konzeptuelle Verdichtung des Gedankengangs, erzielt durch den Entwurf verrutschender und einander überschichtender Welten und Figuren. Dabei vermittelt die Autorin ihre Weltsicht nicht über wohlklingende Sprachgebilde, sondern auf der Grundlage purer, robuster, sprachlicher Fantasie.

     

    So lässt sich in diesem Werk kein eindeutiges Sujet oder Handlungsmuster ausmachen. Und der Versuch, hier etwas zu finden, das vor dem Hintergrund bestimmter Kriterien allgemein verbindlich wäre, würde dem Gedankenexperiment des Werkes gründlich zuwiderlaufen. Allerdings könnte auch die Bemühung, das Werk aufgrund seiner postmodernen Anti-Ästhetik in gewisser Weise als „Dekonstruktionsarbeit“ zu verstehen, eine Reihe von Missverständnissen nach sich ziehen. Die Möglichkeit der Interpretation ist dem Leser jederzeit gegeben, doch wenn diese als bloße Komponente eines Dekonstruktionsprozesses oder als Deutungsarbeit in fest definiertem Rahmen verstanden wird, läuft man Gefahr, lediglich stets aufs Neue immer gleiche, in sich geschlossene Gebiete der Textauslegung zu bestätigen. 

     

    About the author

     

    Bae Su-ah gilt in der koreanischen Literaturszene als „seltenes Gewächs“. Diese Einschätzung bezieht sich nicht allein darauf, dass ihre Werke im Vergleich zu denen koreanischer Mainstream-Autoren irgendwie „anders“ wirken. Wenn man in ihren Büchern den Bedeutungen nachspürt, die sich dort den zwischen den Zeilen verstecken, wird man sich schnell bewusst, dass diese Bedeutungen durchaus in großem literarischen Kontext zu sehen sind. Wenn man aber andererseits auch davon ausgeht, dass die Aufgabe des Schriftstellers darin besteht, Dinge, die in der Textansammlung der literarischen Welt zum Klischee verkommen sind und sich gewissermaßen als Totgeburten in Literatur und Gesellschaft breitzumachen beginnen, zu zerschlagen, dann steht Bae Su-ah in vorderster Front derer, die sich dieser Herausforderung angenommen haben. Ihre Werke, so beispielsweise die Romane Sukiyaki-Restaurant am SonntagCheolsuNördliches WohnzimmerUnbekannte Nacht und ein Tag sowie die Erzählbände Schnellstraße mit grünen ÄpfelnWindpuppeKorrespondenz in tiefer Nacht und Die Abwesenheit der Eule, nehmen auch in der postmodernen Strömung der koreanischen Literatur seit 1990 eine einzigartige Stellung ein. In ihrer Komplexität und Vieldeutigkeit rufen die Werke Bae Su-ah bisweilen Kritik von Seiten mainstreamorientierter Leser hervor, was man aus zeitgenössischem Blickwinkel allerdings auch als Hinweis auf das scharfe und weitblickende literarische Bewusstsein der Autorin verstehen mag, das über zeitweilige Moden hinausführt. Auch geographisch blickt sie stets über die Grenzen Koreas hinaus und hat sich auch als Übersetzerin zahlreicher Werke aus dem Deutschen einen Namen gemacht.

     

    Die Bedeutung der Werke Bae Su-ah besteht indes vor allem darin, dass es ihr gelingt, im Rahmen des sozialen Phänomens Literatur die Grenzen des ästhetischen Phänomens Literatur zu erweitern. Besonders die Romane Nördliches Wohnzimmer (2009) sowie Unbekannte Nacht und ein Tag (2013), in engem ästhetischen Zusammenhang mit dem hier vorliegenden Roman Die niedrigen Hügel von Seoul zu sehen, machen deutlich, dass der Stil der Autorin sich längst nicht mehr mit wörtlicher Repräsentation oder der Kritik an der Materialität menschlicher Beziehungen oder Träume aufhält, sondern auf die Imagifikation des Schriftlichen und auf De- und Rekonstruktion des Konzepts menschlicher Beziehungen oder Träume abzielt. Die Tatsache, dass die Autorin den Begriff „Literatur“ durch den Begriff „Arbeit“ ersetzt, lässt erkennen, dass es ihr in ihrer Arbeit um praktische Konkretheit geht.

     

    So gibt ein Blick auf das Werk Bae Su-ahs Hinweise auf die mögliche Zukunft der postmodernen Literatur Südkoreas und weckt Erwartungen auf eine neue Art von Literatur, die aus dem Zusammenspiel der Autorin und ihrem literarischen Umfeld hervorgehen könnte.

     

    Der Roman Cheolsu ist im April 2015 in englischer Übersetzung bei Amazon Crossing erschienen. Sarah Jane Gunter, Verlegerin von Amazon Crossing, meint, sie wünsche sich, dass auch amerikanische Leser die literarische Welt der hervorragenden, schöpferischen Werke Bae Su-ahs entdecken können, und bekräftigt ihre Absicht, in den kommenden Jahren weitere Werke der Autorin herauszubringen. Darüber hinaus ist die Erzählung Schnellstraße mit grünen Äpfeln unter dem Titel Highway with Green Apples im Dezember 2014 in einer Sammlung von 12 ausgewählten Texten der von Amazon herausgegebenen Online-Literaturzeitschrift Day One erschienen, die wöchentlich kurze Erzählungen englischsprachiger Autoren sowie englischsprachige Übersetzungen kürzerer Werke ausländischer Autoren herausbringt.

     

    About the translators

     

    Jan Henrik Dirks ging nach dem Ersten Staatsexamen (Musik, Französisch auf Lehramt) und einem Magisterabschluss (Koreanistik) nach Südkorea, wo er an der Seoul National University in Theaterwissenschaft promovierte. Derzeit arbeitet er als Vollzeitdozent im Fachbereich Germanistik an der Gachon-Universität in Seongnam und leitet Kurse für Nachwuchsübersetzer am Literature Translation Institute of Korea (KLTI) in Seoul. Er ist unter anderem Übersetzer des 2015 im Literaturverlag Droschl erschienen Romans Vaseline-Buddha von Jung Young Moon.

     

    Media Response/Awards Received

     

    Wie es sich gehört für eine Autorin, deren neue Bücher jedesmal unweigerlich ein geteiltes Echo in der Leserschaft hervorrufen, ist auch dieses Werk geprägt durch einen Stil, der den Leser nicht schont. Sonderbar und fremdartig, unter den in diesem Jahr erschienenen koreanischen Romanen wohl der extremste und vertrakteste.

    -Tageszeitungen MK Business News und Kookmin Ilbo

     

    In Bae Su-ahs Romanen gibt es keinerlei allgemein verständliche Personen, Situationen, Gepräche oder Einsichten. Die Personen, Situationen, Gepräche oder Einsichten in Bae Su-ahs Romanen kommen nur in ihren Romanen vor. Diese Autorin ist einmalig.

    -Nachrichtenagentur Newsis

     

  • About the book

       

    The work begins with Kyung-hee, a state actor specialising in recitation, hearing that her German teacher is in need of help, and going to find her. She impulsively determines to travel, and sets out on foot on a journey to a distant city. But Kyung-hee meets characters whose names are The Healer, Mr Nobody, Banch'i, The East Asian Man, and Maria, in other cities which are not Berlin, where her German teacher is dying. These are at the same time one and have a majority identity, and are not denoted as distinct entities which particular characteristics. The meetings and conversations with these same characters take the form of a continuously modifying and disintegrating string of thoughts regarding 'city' and 'language'. Moreover, though this distracted, chaotic discharge exists, because of messages with an ambiguous discharger, the position at which the readers intersect with the 'ruptured voices' spoken by the writer ends up wandering. The speaker ceaselessly shifts from 'Kyung-hee' to 'us', and finally to an I (who is at the same time Kyung-hee's offspring and rejects this heredity). Ultimately, while all of these conversations in the end regress to one enormous recitation, the story is restored/reduced through that to one other story. Through such a process we come to witness the inexplicable situation known as the 'palimpsest of being', and our footsteps are guided into a 'postmodern' experience in which one city is named through a majority of other cities. Especially the resting place of each city known as 'Karakorum' which appears in the work becomes a communal space which is at the same time a kind of hole existing in the city where we live and where holes of all cities can be pierced in one.

     

        Continuing from the trend of postmodernism which advocates the eradication of the 'grand narrative', the writer Bae Suah suggests through this novel or essay (or both at once) that we depict the destruction of literature known as the conclusion of the narrative and that relief map. This work does not follow an established narrative, and the concentration of thought which the writer achieves through a crooked and overlapping world and characters gives meaning to the drawing up of precisely such a 'relief map'. Moreover, that the writer's worldview does not pass by way of aesthetically pleasing sentences and expressions but is expressed with a background of imagination with solid language is also worth calling this work's central characteristic.

     

        And so it is impossible to find one theme or storyline in this novel/essay. Rather, it will be an action which lies precisely aslant the attempt to discover 'the collective' through a single basis, this work's thought experiment. Due to postmodernism's un-aesthetic characteristics, this work can be identified with a certain kind of 'dismantling' works, and called a series of irrational interpretations. Though the possibility of interpretation is always open to us, when this is an accessory to the work known as deconstruction, or ends up defining the work of deconstruction itself as something fixed, we only end up (re)confirming the domain of closed interpretation. 

     

    About the author

     

    Bae Suah is among the rarities even in the Korean literary scene. It wouldn't do to misunderstand the properties of the word 'rarities' here; because it is used only to mean that her works are relatively 'different' from those of other writers. Rather, if we pursue the meaning hidden in the space between her works, its emergence within the large context of the literary world is easily understood. But if smashing that which is born in the gathering of the texts which constitute the literary world and thus acquires a kind of cliché, in other words that which encroaches on the interior of the literary world (cum society), is the writer's mission, Bae Suah appears to serve precisely that mission. Her previous works – story collections Highway with Green Apples, and novellas/novels including Wind Doll, Cheolsu, Sunday Sukiyaki Restaurant, Midnight Report, The Absence of the Owls, North-Facing Living Room, Inscrutable Nights and Days – occupied a peerless position even within the postmodernist current of the Korean literary establishment from the 1990s onwards. Bae Suah's works were criticised as lacking popular appeal due to their abstruseness or multiplicity of interpretation, but when examined from the present perspective that can be seen as in fact because of their keen awareness of the period that would follow. Moreover, her talent as a translator has been recognised through 'good translation'.

     

        But more than anything else the importance of Bae Suah's works is their extending of the category of 'literature' by way of the structural frame known as 'the literary establishment'. Especially if we examine in this context the case of North-Facing Living Room and Inscrutable Nights and Days, which was published afterwards, it does not stop in that her sentences no longer represent letters as they are or indict the materiality of relationships/dreams, they can be understood to be absorbed in turning letters into images and destroying/rebuilding relationships/dreams. Ultimately her substitution of the concept of literature with the word 'work' signifies that the 'practice' comprised in that should be read. And so the task of examining Bae Suah's work as a writer augurs the future of Korean postmodern literature and at the same time makes us anticipate 'literature' of a certain cast being born anew between her and the literary establishment.

     

        Her novel Cheolsu is scheduled for publication next April by Amazon Crossing, an imprint of the American Amazon publishing group which specialises in translated literature. Amazon Crossing representative Sarah Jane Gunter clarified their wish for “American readers also to discover the creative and pre-eminent literary world of Bae Suah, and to continue publishing this writer's works for several years”.

     

        Furthermore, her short story Highway with Green Apples, which was introduced last December through the first edition of Amazon's online journal Day One, is scheduled to be published in October in a collection of short stories together with those by up-and-coming American novelists. This collection records twelve short stories and six poems selected from among the 70-odd works introduced in Day One, and are scheduled to be published as a paper book and e-book simultaneously. Day One is an online journal specialising in up-and-coming American writers, and translations of short stories and poetry from around the world. 

     

    About the translators

     

    Deborah Smith is studying for a PhD in contemporary Korean literature at SOAS (University of London). Her translation of The Vegetarian by Han Kang is forthcoming from Portobello in Jan 2015. She has received translation grants from LTI Korea for Bae Suah's The Essayist's Desk, and from the International Communication Foundation, KoreaShe was on the steering committee for Korea Market Focus at London Book Fair 2014. 

     

    Media Response/Awards Received

     

    As has happened every time one of her works is released, this time too as a writer she displays a 'style which is not friendly to the reader'. It is judged a peculiar, unfamiliar text, the most abstruse and radical of the Korean novels published that year.

    -Maeil Kyeongche, Kukmin Ilbo.

     

    In Bae Suah's fiction, conventional characters, situations, speech, insights 'absolutely never' appear. The characters, situations, speech, and insights which appear in her fiction appear only there. And so Bae Suah is unique.

    -Nyusisu.

     

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